Erdnüsse aus China



Botanische Infos zur Pflanze

Die Erdnuss (arachis hypogea) zählt zu den Hülsenfrüchten, was die englische Bezeichnung pea-nut, übersetzt „Erbsen-Nuss“, bereits andeutet. Morphologisch, also ihre Form betreffend, zählen die Erdnüsse jedoch zu den Nüssen, da ihre Kerne fest von einer holzigen Schale umschlossen sind. Die deutsche Bezeichnung „Erd-Nuss“ verrät, dass die Erdnuss tatsächlich unter der Erde wächst. Die Nussfrüchte entstehen jedoch nicht aus Wurzeln oder Knollen, sondern aus den Blüten der Pflanze. Nachdem der befruchtete Blütenstengel zu Boden und unter die Erde gesunken ist, bilden sich dort die Nussfrüchte aus. Die Erntezeit in der chinesischen Region Shandong, aus der wir unsere Erdnüsse beziehen, ist im September.
Die ältesten Erdnussfunde stammen aus den peruanischen Anden, wo sie schon 7000 Jahren v. Chr. in der Nähe menschlicher Siedlungen auftauchen. Gleichzeitig weisen alte Funde von Erdnusssamen in China darauf hin, dass die Erdnuss auch dort einen Ursprung hat. Einig sind sich Expert*innen darüber, dass die Erdnüsse in der Ming-Dynastie über portugiesische und spanische Händler*innen zusammen mit anderen Pflanzen wie Mais und Süßkartoffeln nach China kamen. In jedem Fall sind Erdnüsse aus der chinesischen Küche und Medizin heute nicht mehr wegzudenken.

Der konventionelle Nussmarkt in China

Als Ende der 1970er Jahre die Kollektivierung der Landwirtschaft aufgehoben wurde, erhielten Bäuer*innen in China die Eigentumsrechte an den von ihnen produzierten Waren. Nun konnten sie frei über die Waren verfügen, die sie über die Planwirtschaft hinaus erzeugten. Dies führte zu einem sprunghaften Anstieg der Erdnussproduktion und machte China zur weltweit größten Erdnussproduzentin mit einem heutigen Weltmarktanteil von 42%. Die Produktionsweisen reichen vom Kleinanbau für den Eigenbedarf und lokale Märkte bis hin zur hochtechnisierten Großproduktion mit hohem Düngemittel-, Pestizid- und Folieneinsatz. Letztere wird von der chinesischen Regierung stark gefördert. In allen Fällen werden die Nüsse im Rotationsprinzip mit anderen Pflanzen wie Süßkartoffeln oder Mais angebaut. So auch bei der Kooperative, von der wir unsere Erdnüsse beziehen.
Seit Beginn der Öffnungspolitik Ende der 1970er Jahre wächst Chinas Wirtschaft exponentiell. Die Schere zwischen arm und reich in China ist nach wie vor groß. Gerade die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung verdient extrem wenig. Deshalb ist China aus gutem Grund beim Fairtrade-Verband als eines der Zielländer für Fairtrade-Zertifizierungen gelistet. Die Kriterien, die ein Land für das Fairtrade-Label interessant machen, sind der Gini-Index, der die Ungleichverteilung von Einkommen beschreibt, sowie der Human Development Index der OECD. Beide erfüllt China nicht nur formal, sondern auch faktisch.

Was bedeutet Fairtrade für den Erdnussanbau in China?

Dass Fairtrade heute in China immer bekannter wird, ist der Initiative eines süddeutschen Unternehmens zu verdanken. Im Jahr 2009 hat der Lebensmittelhändler Naturkost Weber 58 Bauernfamilien nahe der Stadt Yishui in der Provinz Shandong angeregt, die Fairtrade-Kooperative Yishui Xingye Association zu gründen und sich nach den Fairtrade-Standards zertifizieren zu lassen. Die Familien, die bis dahin bereits Teil einer Bio-Kooperative waren, erhielten durch die Zertifizierung nun feste Abnahmepreise für ihre Erdnüsse.

Gemäß des Fairtrade-Standards für Erdnüsse zahlt Naturkost Weber ihnen eine Prämie von 110 USD pro Tonne. Wofür diese Prämie verwendet wird, entscheidet die Kooperative gemeinsam und demokratisch. In den letzten Jahren investierten sie das Geld zum Beispiel in Trainings für neue Anbautechniken, in qualitativ hochwertiges Saatgut und neue Betriebsmittel für den Erdnussanbau.

Weitere Fairtrade-Standards sind unter anderen Diskriminierungsfreiheit und das Recht auf eine gewerkschaftliche Organisierung der Arbeiter*innen. In einem autoritären Regierungssystem wie China ist eine Förderung demokratischer Strukturen für eine lebhafte Zivilgesellschaft – und sei es nur auf dieser kleinen Ebene – sehr bedeutend. Zudem ist angesichts der rasanten Technisierung Chinas die Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft nicht nur für die Bäuer*innen, sondern auch für Natur und Umwelt essentiell.

Vom Acker in den Pfandeimer

Im Vergleich zu anderen Nüssen aus unserem Sortiment verläuft der Prozess, der die Erdnuss aus dem Boden in den Pfandeimer bringt, relativ simpel: Nachdem die Nüsse per Hand geerntet wurden, werden sie in der Sonne getrocknet, vorsortiert und in der projekteigenen Verarbeitungsanlage geschält. Die Kerne werden nun auf 140 °C erhitzt und wieder abgekühlt, sodass anschließend das braune Häutchen zwischen den Walzen einer Maschine entfernt werden kann. Danach werden die Erdnüsse für den Transport nach Deutschland verpackt.

Was die Erdnuss zum gesunden Snack macht

Wie viele Nüsse sind auch Erdnüsse reich an wichtigen Nährstoffen. Unter allen Nüssen haben sie den höchsten Eiweiß- und den zweithöchsten Magnesiumgehalt. Darüber hinaus sind sie reich an B-Vitaminen, Folsäure, Mangan, Phosphor und Zink.

Unsere Erdnüsse findest du in folgenden Produkten: